LAND UND NATUR "Bernard Rappaz, die siegreiche Rückkehr"



LAND UND NATUR

"Bernard Rappaz, die siegreiche Rückkehr"

Von Clément Grandjean

26. Juli 2018

Der Walliser Bernard Rappaz, der als Verteidiger der Legalisierung des Hanfs bekannt ist, ist auch ein Pionier der biologischen Landwirtschaft. Letztes Jahr gründete er Holyweed, eine Firma, die auf das CBD angewiesen ist.

 

Der Schweizer Hanfpapst ist im Herzen ein Bauer, der für legales Cannabis kämpft.

Er ist immer noch derselbe, Bernard Rappaz. Seine mit Walliser Akzent getönte Spottlust, seine legendäre Maultierfrisur, sein gallischer Schnurrbart und seine Sandalen sind identisch. Um ihn herum haben sich die Dinge geändert: Mit der Legalisierung von CBD, dem Cannabis mit niedrigem THC-Gehalt, ist der schwefelhaltige Hanfpflanzer nicht mehr dazu verdammt, im Verborgenen zu predigen. Im Gegenteil, er steht seit dem letzten Jahr und der Gründung seines Start-Up-Unternehmens Holyweed wieder im Rampenlicht.

"Heiliges Gras", die heilige Mary Jane... Ein fast biblischer Name für jemanden, der Ihnen als Apostel des Cannabis präsentiert werden würde. Der Name des Unternehmens steht in grossen weissen Buchstaben auf dem Bus, der uns in diese Ecke der Waadtländer Landschaft brachte. Dort, umgeben von einer Reihe von Mais, um die Parzelle vor Diebstahl zu schützen, wachsen einige Hektar Hanf, alles legale Hanf.

 

Kämpfer im Herzen

Für die breite Öffentlichkeit ist Bernard Rappaz der Walliser Sänger-Träger, ein schwefelhaltiger Kämpfer, der schon oft für Schlagzeilen gesorgt hat. Es ist jedoch nicht bekannt, dass er in erster Linie Önologe und Landwirt ist. Meine Eltern waren überzeugte Antimilitaristen und Antiklerikale", erinnert sich der in Sachsen aufgewachsene Rappaz, "Ich bin in einer etwas revolutionären Atmosphäre aufgewachsen." Eine Bildung, die Spuren hinterlassen hat: Das Wallis liebt nichts mehr, als in der Öffentlichkeit zu debattieren und gegenläufige Vorstellungen von Landwirtschaft und Energie zu verteidigen.

 

So zögerte er nicht, auf die Bahre zu eilen, als er sich mit dem Diplom seines Önologen in der Tasche entschied, sein Gut gegen den Rat seines Vaters biologisch zu bewirtschaften. Dann erschien 1973 nach einem langen Rechtsstreit die erste Windkraftanlage des Kantons auf seinem Hof. "Mir wurde auch verboten, Sonnenkollektoren auf dem Dach meiner Farm anzubringen, unter dem Vorwand, dass sie die Flugzeugpiloten blenden würden", lächelt er. Ich appellierte und sagte, wenn es so gefährlich ist, sollten wir alle Bergseen abdecken!" In seiner "Oasenfarm" in Sachsen baut Bernard Rappaz Birnen, Pfirsiche und Nektarinen an, erfindet Techniken zum Trocknen von Obst, beteiligt sich an der Gründung von Bio Suisse, engagiert sich im Verein Uniterre... und schürt Glanzleistungen. "Um gegen die Hochspannungsleitungen im Rhonetal zu protestieren, wurden einige Masten mit Dynamit gesprengt!" Dann gibt es Hanf, der mit 17 auf einer Reise nach Amsterdam entdeckt wurde... Gesät, angebaut und getrocknet mit höchster Diskretion, unter dem Mantel verkauft, sichert sie den Wallisern ein beträchtliches Einkommen. Aber es bringt ihn auch ins Visier der Justiz. Im Jahr 2001 beschlagnahmte die Polizei 50 Tonnen Haschisch bei ihm zu Hause. Im Jahr 2006 wurde er zu fast sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Während dieser Zeit trat er in einen Hungerstreik nach dem anderen, um seiner Stimme Gehör zu verschaffen. Wenn Bernard Rappaz sich bewusst ist, dass er als Beispiel gedient hat, hat er die Debatte weitergehen lassen: "Ich habe gelitten, aber heute halten mich die Leute auf der Straße an, um sich zu bedanken".

 

Vor uns rührt der Wind die jungen Hanfpflanzen. "Aus landwirtschaftlicher Sicht ist es eine Traumpflanze", sagt Rappaz mit begeistertem Tonfall. Viel weniger empfindlich als Tomaten oder Spargel, eignet er sich perfekt für den biologischen Anbau. Ein Hektar Hanf produziert viermal mehr Zellulose als ein Hektar Wald". Im walliserischen Ton kann man die Faszination des Bauern für eine Pflanze spüren, die wegen ihrer Faser schon lange in der Schweiz angebaut wurde. Unerschöpflich, erinnert er an die Hänge von Isérables (VS), wo er heute lebt, die einst mit Hanf bedeckt waren. Dann springt er vom Hahn auf den Esel, um über sein Treffen mit dem Polizeichef des Kantons Waadt zu sprechen, der während der letzten Ernte mit dem Helikopter kam: "Wir haben zusammen ein Selfie gemacht. Vielleicht hat er mein Bild in seinem Büro aufgehängt!"

 

Outdoor, organisch und trendy

Durch den Zusammenschluss mit zwei jungen Unternehmern, die sich an ihn gewandt haben, um 2017 Holyweed zu gründen, unterzeichnet Bernard Rappaz sein großes öffentliches Comeback. "Ich teile meine Erfahrungen, und sie bauen auf meinem Namen auf. Es ist ein guter Deal." Leidenschaftlich am agronomischen Experimentieren - er hatte seine eigene Cannabis-Sorte, die "Walliser Queen", geschaffen -, der in-situ Hanfzüchter, um die Pflanzen im Freien und organisch zu kultivieren, wenn die Mehrheit der Züchter ihr Gras unter mächtigen Flecken wachsen lässt, verpflichten Produktivität und Verborgenheit.

 

Legal und kontrolliert wird das Produkt in roher Form verkauft oder zu Zigaretten gerollt, alles in einer luxuriösen Verpackung. Die letzte Neuheit sind die Hanfkekse, die in Zusammenarbeit mit einem Schokoladenhersteller entwickelt wurden. In seinem orangefarbenen Bus fährt Bernard Rappaz zu Festivals, um für diese Produkte zu werben, die das Image von Cannabis entdämonisieren sollen. Und es funktioniert. Ich hätte nicht gedacht, dass das CBD so erfolgreich sein würde", gibt er zu. Sein Wachstum zeigt, dass es möglich ist, den Handel zu regulieren. Mit dieser Legalisierung haben die Schweizer Bauern eine echte Karte auszuspielen". Was ist mit der Vorliebe für das Verbotene? "Nun, alles hat seine Zeit", seufzt Bernard Rappaz. Ich bin ein Rebell, aber in meinem Alter suche ich nicht mehr nach dem Nervenkitzel. Ein Bergsee und meine Angelrute reichen für mein Glück."

 

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